Europa COVID-19 Nachrichten: Die Coronavirus-Pandemie hatte dazu geführt, dass viele Großveranstaltungen und Ausstellungen abgesagt werden mussten und infolgedessen Berlins wichtigste und größte Ausstellung, die Messe, ungenutzt und leer war. Während Deutschland beginnt, die Abriegelung und das öffentliche Leben zu lockern, sind Soldaten damit beschäftigt, das Messegelände zu renovieren und in ein Krankenhaus umzuwandeln.

Auch wenn noch immer Drähte von den Decken hängen, ist deutlich zu erkennen, dass das riesige Gelände nach Abschluss der Bauarbeiten bis zu 1.000 Patienten aufnehmen kann.

Die deutschen Behörden sind damit beschäftigt, ihre Kapazitäten für den Umgang mit einer zweiten Infektionswelle aufzustocken.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wiederholt davor gewarnt, dass Deutschland sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen darf, auch wenn die Infektionsrate zurückgegangen ist, und sagte, es befinde sich noch “auf dünnem Eis”.

Auch der leitende Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité warnte davor, dass das Virus “mit einer ganz anderen Wucht” zurückkehren könnte.

Er sagte: “Das Virus wird sich im Laufe der nächsten Wochen und Monate weiter ausbreiten, und eine zweite Welle wäre gefährlich, da es überall gleichzeitig auftauchen könnte. Wir könnten dabei sein, unseren Vorsprung völlig zu verspielen, und wir sollten Selbstgefälligkeit vermeiden”.

Obwohl Deutschland international für sein weitverbreitetes Testsystem und seine enorme Kapazität bei der Behandlung von Patienten gelobt wird, wirft es immer noch enorme Ressourcen auf die Erhöhung der Zahl der mit Beatmungsgeräten ausgestatteten Intensivbetten.

Dies ist auch am Universitätsklinikum in Aachen, nahe der niederländischen Grenze, zu beobachten, wo Dutzende von Betten im Falle eines Wiederauftretens von Fällen leer liegen.

Dr. Gernot Marx, Direktor der Intensivstation des Krankenhauses, das Anfang dieses Jahres einige der ersten schweren Fälle behandelte, sagte: “Wir sind bereit, dynamisch zu reagieren. Aufgrund der hohen Bettenkapazität und der guten Vorbereitung mussten wir bisher noch nicht entscheiden, einen Patienten über einen anderen zu behandeln. Ich hoffe, es bleibt so”.

Bislang blieben bei der letzten Zählung 13.000 der 32.000 Intensivbetten in Deutschland frei.

Zu Beginn der Krise hatte Deutschland mit 33,9 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner deutlich mehr Atmungsspielraum als seine europäischen Nachbarn, verglichen mit 8,6 in Italien und 16,3 in Frankreich.

Auch hat es seitdem die Intensivpflege- und Screening-Kapazitäten drastisch ausgebaut.

Dr. Gerald Gass, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), sagte: “Deutschland ist auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet. Wir planen, in den kommenden Monaten rund 20 Prozent unserer Betten mit Atemhilfe freizuhalten, und wir wollen im Falle einer zweiten Welle weitere 20 Prozent mit einer Vorlaufzeit von 72 Stunden freigeben können”, sagte Dr. Gerald Gass, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Deutschland, die größte Volkswirtschaft Europas, hat derzeit eine Coronavirus-Sterblichkeitsrate von 3,5 Prozent, wobei die neuesten Zahlen 150.383 bestätigte Fälle mit 5.321 Todesfällen ausweisen.

Obwohl diese Zahl steigt, bleibt sie weit unter der anderer Länder wie Spanien oder Italien, wo die Sterblichkeitsrate bei 10 Prozent liegt.

Da das Gesundheitssystem in Deutschland noch nicht überlastet ist, hat Dr. Gass die Krankenhäuser aufgefordert, die Behandlung von Patienten, deren Fälle während der Krise ausgesetzt wurden, langsam wieder aufzunehmen, da man davon ausgeht, dass sie weniger zeitaufwändige Operationen erfordern.

Er fügte hinzu: “Im Allgemeinen sind unsere Krankenhäuser jetzt weniger ausgelastet als sonst.

Die derzeitige Strategie Berlins besteht darin, eine schrittweise Rückkehr zur Normalität zu verfolgen, begleitet von Hunderttausenden von Tests pro Woche.

Der deutsche Bundeskanzler sagte, man wolle zu einem Stadium zurückkehren können, in dem die Infektionszahlen niedrig genug sind, um Kontaktketten aufzuspüren und zu isolieren, um ein Wiederaufflammen an anderen Orten zu verhindern, und in den kommenden Wochen soll eine App zur Ermittlung von Kontaktpersonen eingeführt werden.

Schutzmasken sind nun auch in öffentlichen Verkehrsmitteln im ganzen Land und in einigen Staaten auch in Geschäften obligatorisch.

  • Facebook
  • Twitter
  • Linkedin
  • Pinterest
This div height required for enabling the sticky sidebar